Der Traum vom eigenen Pferd gehört zum Reiten dazu.
Das ist kein Wunder: Sogar der blutigste Anfänger ahnt, dass eine magische
Kooperation zwischen Mensch und Tier nur durch Harmonie und gegenseitiges
Einvernehmen zustande kommen kann. Dafür muss man das Pferd kennen,
das Pferd muss den Reiter kennen, und natürlich geht das Reiten einfacher
auf einem Pferd, das man hauptsächlich allein reitet und nicht mit drei,
vier anderen teilt – gute Ehen funktionieren ja meist genauso. Also
sucht man nach einem Pferd, das wirklich zu einem passt und das etwas
Besonderes ist, ganz anders, als die anderen. Pferde waren schon immer
Statussymbole, und wir brauchen nicht so tun, als ginge uns das anders:
Sie tragen Freizeit-Cowboys auf der Suche nach Kühen und Country-Festivals
durch norddeutsche Tiefebenen, machen ausgelaugte Geschäftsmänner in
der sonntäglichen Morgensonne zu Herrschern der Welt und furchtsame
kleine Mädchen zu spanischen Señoritas.
Das bedeutet allerdings nicht, dass man seinem Statussymbol auch wirklich
gewachsen ist: Ein rassiges Pferd im Stall ist nicht dasselbe wie ein
rasantes Auto in der Garage. Da redet man sich ein bestimmtes Pferd
ein, weil man immer noch an „Black Beauty“ glaubt, und kämpft sich dann
jahrelang mit Pferden herum, die zu schwer, zu groß, zu kompliziert
oder zu sensibel sind für das, was man eigentlich vor hat. Dabei könnte
man es mit dem passenden Pferd in den passenden Umständen so viel leichter
haben. Es gibt es für fast jeden Reiter das passende Pferd. Der Mensch
hat sich nach Jahrtausende dauernder Evolution das Pferd vollkommen
maßgeschneidert: Es gibt Pferde in jeder Form, Größe und Farbe, für
alle Belange. Die Geduld und Sorgfalt, die man aufwenden muß, um das
passende Pferd zu finden, ist eine gute Übung für das spätere Leben
mit Pferd. Die Beschreibungen von Charakteren, Eignung und Haltungsmöglichkeiten
von 50 ausgewählten Pferde- und Ponyrassen sollen die Suche und Anschaffung
des eigenen Pferdes erleichtern - nicht immer todernst formuliert, aber
immer ernst gemeint. |